Quicklinks:
Satzung
Mitgliedsantrag
Partner:

Aktuelles

Jubiläum " 20 Jahre FBG Heberndorf "

Die Forstbetriebsgemeinschaft Heberndorf feiert das 20-jährige Jubiläum. Die Festveranstaltung findet im Kulturhaus Oßla statt. Zahlreiche Interessierte besuchen die Präsentation von Technik am Sonnabend vor dem Kulturhaus. Andreas Thom aus Helmsgrün gewinnt den Schätzwettbewerb.
Oßla. Mit einer Festveranstaltung hat die Forstbetriebsgemeinschaft Heberndorf (FBG) am Freitag ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Stimmungsvoll gleich der Auftakt, als die zwei Frauen und sechs Männer der Jagdhornbläsergruppe "Steinerne Heide" Lehesten im Kulturhaus Oßla am Abend aufspielten.
Die Mitglieder der FBG eint der Waldbesitz. Für die vergangenen zwei Jahrzehnte konnte der Vorsitzende Günter Oertel eine beeindruckende Bilanz ziehen.
Im März 1992 gründeten 24 Heberndorfer die erste FBG im damaligen Kreis Lobenstein. Weitere Waldbesitzer aus Weitisberga und Oßla folgten. "Bereits im Dezember 1993 konnten wir im Vorstand feststellen, dass unsere FBG schon 52 Mitglieder mit einer Fläche von 400 Hektar zählte", sagte Oertel. Die Vorteile der gemeinsamen Bestellung von Pflanzen für die Aufforstung und von Zaunmaterial sprachen sich herum. Hinzu kam der Einsatz von moderner Technik und später die gemeinsame Vermarktung des Holzes.
Als ein weiteres Plus habe sich die überaus großzügige Förderpolitik des Freistaates Thüringen erwiesen. "Mit der Nutzung der gebotenen Möglichkeiten wurden wir in die Lage versetzt über viele Jahre hinweg Maßnahmen zu planen und durchzuführen, welche der einzelne Waldbesitzer nie hätte realisieren können", führte der 59-Jährige aus.
Als ein Beispiel nannte er den Bau von bisher 52 Wegen mit einer Gesamtlänge von über 40 Kilometer. Die Fördersumme betrug beachtliche 503 887 Euro. Über 834 Hektar wurden gekalkt. Auch daran beteiligte sich der Freistaat mit 248 763 Euro.
In diesem Prozess seien die Forstämter der Region und vor allem die Revierförster ein verlässlicher Partner, würdigte Oertel die Zusammenarbeit. Die gemeinsame Vermarktung des Holzes stehe schon lange im Mittelpunkt. Seit 2006 erfolge der Verkauf über die FBG. Dafür wurde ein spezielles Computerprogramm angeschafft. "Über die FBG wurden in den vergangenen neun Jahren 73 244 Festmeter Holz mit einem Nettoumsatz von 4,1 Millionen Euro verkauft", führte der Heberndorfer weiter aus.
Eine besondere Herausforderung sei das Jahr 2007 gewesen, als der Orkan "Kyrill" große Schäden anrichtete. Viel Mühe bereitete es, die Flächen wieder aufzuforsten. In den vergangenen 20 Jahren wurden von den Mitgliedern über 620 000 kleine Bäumchen gepflanzt und rund 70 Kilometer Zaun um die Schonungen gebaut.
Für die Vermessung von Flächen kaufte die FBG ein GPS-Gerät und 30 Waldbesitzer wurden daran ausgebildet. Die FBG präsentiert sich auch im Internet, ist Mitglied im Verband der Thüringer Waldbesitzer und hat gegenwärtig über 320 Mitglieder. Dazu zählen auch Kommunen, wie die Stadt Wurzbach. Von den knapp 1900 Hektar Gesamtfläche sind 1616 zertifiziert. Das heißt, die nachhaltige Waldbewirtschaftung erfolgt nach sehr strengen Richtlinien. Günter Oertel würdigte auch die gute Zusammenarbeit mit den Einschlags- und Rückefirmen, den Holzhändlern und der verarbeitenden Industrieunternehmen, wie Klausner Holz Thüringen.
Was moderne Forsttechnik heutzutage zu leisten imstande ist, das wurde am Sonnabend auf der Freifläche gegenüber dem Kulturhaus in Oßla demonstriert. So führte das Unternehmen von Tino Ecke aus Remptendorf einen Brennholzvollautomat vor.
Sebastian Prediger aus Zeulenroda bot Besuchern die Gelegenheit, sich von einer Hubarbeitsbühne die Region aus einer Höhe von 35 Metern anzuschauen. Seine Firma widmet sich der Baumpflege und arbeitete in den vergangenen Tagen in der Region Wurzbach.
Wie viel Pellets befinden sich in dem Gefäß, lautete die spannende Aufgabe der Organisatoren am Sonnabend. Zählen ging nicht, nur schätzen war möglich. Andreas Thom aus Helmsgrün schrieb 5400 auf den Zettel und konnte sich über den Gewinn einer Motorsäge im Wert von 400 Euro freuen. Exakt 5448 der kleinen gepressten Holzstücke zum Heizen befanden sich in dem durchsichtigen Behältnis.
Viel Lob für das Führungstrio
Das Geschehen in der Forstbetriebsgemeinschaft Heberndorf (FBG) wird seit Jahren von Wolfgang Heyn, Geschäftsführer des Thüringer Waldbesitzerverbandes, und Pier Pernutz, Fachbereichsleiter Hoheit, Wald und Umwelt der neu gegründeten Anstalt des Öffentlichen Rechts ThüringenForst, begleitet. Beide haben schon oft an den Jahreshauptversammlungen der FBG teilgenommen und überbrachten zur Festveranstaltung Glückwünsche.
"Die Forstbetriebsgemeinschaft Heberndorf ist ein Leuchtturm in Thüringen", sagte Wolfgang Heyn. "Den Mitgliedern kann man zum Führungstrio Günter Oertel sowie dem Ehepaar Undine und Burkhardt Reuter nur gratulieren. Sie als Mitglieder haben viel geschafft. Bei der Umwandlung zur Anstalt sind unsere Forderungen als Verband erfüllt worden. Die Förster sind für uns die entscheidende Ebene." Steigen würden allerdings die Beförsterungskosten. Ein Problem seien zudem die Eigentumsverhältnisse. Auf mehreren 10 000 Hektar Fläche sind sie nicht geklärt. Zunehmen wird künftig die energetische Verwertung des Holzes.
"Die FBG zählt seit vielen Jahren in Thüringen zu den innovativsten und beispielgebendsten Gemeinschaften ihrer Art", meinte Pier Pernutz. "Sie sind eine besonders aktive Gemeinschaft. Holz ist unser grünes Gold. Verkauftes Holz bedeutet auch die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region."
In den vergangenen neun Jahren wurden über die FBG 73 000 Festmeter Holz verkauft. Jeder Waldbesitzer, so klein seine Fläche auch sein mag, ist ein Unternehmer. Als nachwachsender Rohstoff hat Holz eine grandiose Zukunft. Respekt wurde vor der Arbeit von Günter Oertel, des Ehepaars Reuter und des gesamten Vorstands gezollt.
Reinhard Kübrich / 04.06.12 / OTZ

Heberndorf, 15.10.2012
© FGB Heberndorf 2007-2020, letzte Änderung: 24.03.2020