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Gründung WBS Waldbesitzer Service GmbH

Fünf Forstbetriebsgemeinschaften im Forstamt Schleiz gründen WBS Waldbesitzer Service GmbH

Mit der Gründung der WBS Waldbesitzer Service GmbH und der Geschäftseröffnung am 1.11.2013, haben fünf Forstbetriebsgemeinschaften im Forstamtsbereich Schleiz ihre Arbeit professionalisiert. Dieser für Thüringen bisher einmalige Weg wurde langfristig durch die Forstbetriebsgemeinschaften Heberndorf, Grünes Holz, Gräfenwarth, Remptendorf und Crispendorf in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Schleiz vorbereitet. Die fünf Forstbetriebsgemeinschaften vertreten derzeit 1005 Mitglieder mit einer Fläche von 7741 ha und einem Jahresholzeinschlag von durchschnittlich 46.000 Festmetern. Im Folgenden sollen die Entwicklungsschritte und Grundgedanken zur Gründung dieser Service GmbH dargestellt werden.
Entwicklung der FBG Strukturen im Forstamt Schleiz
Mit der politischen Wende 1989/90 wurde die Verantwortung für die Bewirtschaftung der Privat- und Kommunalwälder wieder auf die Eigentümer übertragen. Waldbesitzgrößen im kleinparzellierten Privatwald von durchschnittlich 3 ha pro Eigentümer, die sich oft noch auf mehrere Flurstücke verteilen und parzellenscharf bewirtschaftet werden, sind dabei eine große Herausforderung für eine sinnvolle forstwirtschaftliche Nutzung. Neben der staatlichen Beförsterung wurden deshalb die gegründeten Forstbetriebsgemeinschaften zu einem wichtigen Standbein der Waldbewirtschaftung im Forstamt Schleiz. Dabei beschränkte sich die Tätigkeit der Forstbetriebsgemeinschaften anfangs auf den gemeinsamen Wegebau, die Sammelbestellung von Pflanzen und Forstmaterial, das Ausleihen von Geräten und die Fortbildung der Waldbesitzer. Das Holz der Waldbesitzer wurde zunächst fast ausschließlich über Verträge der Landesforstverwaltung vermarktet.
Beginn der Eigenständige Holzvermarktung
Durch eine gesteigerte Holznachfrage, eine Professionalisierung der Holzhändler und einem höheren Bedarf an Flexibilität bei der Vermarktung des Holzes aus dem Kleinprivatwald, wurde seit 2006 mit kleinen FBG Rahmenverträgen begonnen, Holz selbst zu vermarkten. Die Erfahrungen aus dem Sturm „Kyrill“ 2007 und den folgenden Absatzschwierigkeiten am Holzmarkt, zwangen die Forstbetriebsgemeinschaften, die Holzvermarktung dann komplett neu zu organisieren. Während der Schadholzaufarbeitung etablierten sich alternative und flexible Absatzmöglichkeiten über seriöse Holzhändler und der unmittelbare Verkauf an die Holzverarbeiter. Immer mehr private Waldbesitzer begannen diese Möglichkeiten direkt und ohne Einbindung des Forstamtes oder der FBG zu nutzen. Um ein Auseinanderbrechen der organisierten und gebündelten Holzvermarktung im Kleinprivatwald zu verhindern, wurde eine eigenständige Holzvermarktung der Forstbetriebsgemeinschaften aufgebaut, die den Ansprüchen des Kleinprivatwaldes in Ostthüringen angepasst war. Professionelle Holzkaufverträge und Bürgschaften der Holzkäufer, um Zahlungsausfälle auszugleichen, waren hierbei für die Forstbetriebsgemeinschaften verpflichtend. Bis heute garantieren folgende Kriterien den Erfolg dieser eigenständigen Holzvermarktung:
- ordentliche Bereitstellung der Verkaufspartien von FBG Mitgliedern - oft im Rahmen der Beförsterung durch den staatlichen Revierförster
- schnelle Holzabfuhr
- transparente Holzsortierung bei Werksvermessung
- schnelle Bezahlung des Holzgeldes an den Waldbesitzer
- Verkauf von Kleinstmengen
Um den Standard der Holzvermarktung anzugleichen, gründeten 2009 vier Forstbetriebsgemeinschaften im Forstamt Schleiz eine Kooperation, der im Jahr 2010 zwei weitere Forstbetriebsgemeinschaften beitraten. Mit der eigenständigen Holzvermarktung und marktwirtschaftlichen Orientierung konnte ein Qualitätssprung in der Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaften festgestellt werden. Gleichzeitig waren damit ein sprunghafter Anstieg der Mitgliederzahlen und eine Erhöhung des Eigenkapitals verbunden.
Gründung der WBS Waldbesitzer Service GmbH
Das Wachstum der Forstbetriebsgemeinschaften und die Steigerung der Umsatzzahlen wurden regelmäßig in den Beratungen der FBG Kooperation besprochen. Neben den vielen positiven Effekten erkannten die Beteiligten aber auch schnell die Risiken und Probleme, die man durch eine weitere Professionalisierung unbedingt verhindern wollte. So lag die gesamte juristische Verantwortung für die Holzvermarktung bei den ehrenamtlichen FBG Vorständen. Bei Umsätzen von teilweise über 1 Mio. €/FBG und Jahr hätte dies im Streitfall, trotz Bürgschaften der Holzkäufer, ein hohes Haftungsrisiko für die Vorstände bedeutet. Keinem ehrenamtlichen Vorstand war dieses Risiko guten Gewissens auf Dauer zuzumuten. Auch Haftpflichtversicherungen der Vorstände decken diese Risiken nur sehr eingeschränkt ab. Weiterhin ergab sich mit dem Wachstum der Forstbetriebsgemeinschaften ein erhöhter Beratungsbedarf durch die staatlichen Revierförster, die die Forstbetriebsgemeinschaften über die Geschäftsführerverträge betreuen. Diese umfängliche Beratung zusätzlich zu den alltäglichen Tätigkeiten der Revierförster zu leisten, erreichte oft die Grenzen der Belastbarkeit. Es wurde weiterhin festgestellt, dass sich die Holzkäuferseite rasant professionalisierte. Elektronische Holzdatenübermittlung, GPS- gestützte Holzlogistik und automatische Holzgeldüberweisungen gehören oft schon zum Standard. Eine weitere Herausforderung für die Forstbetriebsgemeinschaften stellten Aufwendungen für Steuerberater und Umsatzsteuermeldungen dar. Auch Investitionen in moderne Computertechnik zur Abrechnung der Holzmengen hätten sich nicht für alle Forstbetriebsgemeinschaften gelohnt. Diese und viele andere Gründe führten deshalb zur Erkenntnis, dass Forstbetriebsgemeinschaften bei diesem Geschäftsumfang, mit ehrenamtlichen Vorständen, geringfügig beschäftigten Arbeitskräften und beratenden staatlichen Revierförstern auf Dauer keine tragfähige Struktur abbilden. Eine Professionalisierung war deshalb dringend geboten. Nach zahlreichen Beratungen seit 2011 und Prüfung mehrerer Alternativen (Genossenschaft, Forstwirtschaftliche Vereinigung) einigten sich im Herbst 2012 fünf Forstbetriebsgemeinschaften auf die Ausgründung einer Service GmbH. Besonders in Haftungsfragen und in der Vielfalt der Geschäftsmöglichkeiten liegen die Vorteile dieser Rechtsform. Nach den Beschlüssen der Mitgliederversammlungen bereitet ein Aufbaustab, bestehend aus Vertretern der Forstbetriebsgemeinschaften und des Forstamtes Schleiz, die Gründung vor. Die nun gegründete WBS - Waldbesitzer Service GmbH wird in Zukunft hauptsächlich die Interessen der Gesellschafter FBG‘n auf dem Holzmarkt bündeln und Sammelbestellungen organisieren. Dazu wurde ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt und ein eigenes Büro eröffnet. Die WBS Waldbesitzer Service GmbH wird neben der Arbeit für die fünf Gesellschafter FBG’n ihre Dienstleistungen in Zukunft auch für andere Waldbesitzer, Forstbetriebsgemeinschaften und Unternehmen anbieten. Hierzu wurden schon erste Kontakte aufgenommen.
Mit dem Einheitsforstamt Schleiz, den Revierförstern als zentrale Personen vor Ort, den regional aktiven Forstbetriebsgemeinschaften und der nun gegründeten WBS Waldbesitzer Service GmbH als professionellen Marktpartner, steht nun ein starkes Team für eine optimale Betreuung und Bewirtschaftung das Kleinprivat- und Kommunalwaldes zur Verfügung. Allen an der Gründung der WBS beteiligten Personen gilt ein besonderer Dank für Ihre geleistete Arbeit.
Wolfgang Ladwig Wolfgang.Ladwig@forst.thueringen.de

Kontakt:
WBS Waldbesitzer Service GmbH
Geschäftsführer: Nico Kelz
Bahnhofstraße 17
07368 Remptendorf
Telefon: 036640/44930 ; 0151/51198158
Mail: buero@waldbesitzer-service.de
Internet: www.waldbesitzer-service.de

Heberndorf, 10.12.2013
© FGB Heberndorf 2007-2020, letzte Änderung: 24.03.2020