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Vortrag über Weißtanne zum Oberland-Waldtag der FBG Heberndorf

Ein Plädoyer für die verstärkte Anpflanzung und Pflege von Tannen-Bäumen hat ­Ernst-Georg Weber bei einem Vortrag zum Waldtag 2014 in Oßla gehalten. Der frühere Forstamtsleiter kümmert sich selbst seit 1997 um die Pflege des Areals von vier Hektar Wald.
"Zwischen Lehesten und Brennersgrün gibt es die stärksten Tannen", berichtete der Wald-Experte. Stamm-Durchmesser von 90 bis 95 Zentimeter seien dort zu finden. "Das ist ein mächtiger Anblick." Bestände sind aber auch zwischen Heberndorf und Weitisberga und im Bereich der reußschen Forstverwaltung zu finden.
Nach und nach zurückgedrängt worden sei die Tannen-Population durch das Aufkommen der Glas- und Montan-Industrie in Thüringen, referierte Weber. Und nicht nur dort. Auch in anderen Regionen Deutschlands.
Rund um den Wetzstein habe der Tannen-Anteil früher einmal 70 Prozent des Gesamt-Baumbestandes ausgemacht, so der frühere Forstamtsleiter. Heute sind es im Bereich des Forstamtes Lehesten zirka 2000 Tannen. Im gesamten Bundesland Sachsen seien es übrigens 2000 Tannen. Um sie wieder verstärkt im Wald anzusiedeln, sei vor allem der Schutz in der Jugend nötig.
Ernst-Georg Weber plädierte für das gleichzeitige Wachsen von Buche und Tanne. "Die Buche ist eine Mutter des Waldes. Sie gibt der Tanne eine Chance." Die Tanne kann Trockenheit gut überstehen."
Auch durch Wetter-Extreme wie Orkan "Kyrill" habe sich gezeigt, dass der Waldumbau dringend in Angriff genommen werden muss. Schäden hatte es vor allem bei den Fichten-Mono-Kulturen gegeben.
"Wenn wir weiter den Wald als stabile Formation haben wollen, müssen wir umdenken", forderte Ernst-Georg Weber.
Der Experte nannte mit der Schlagfolgewirtschaft, der Naturverjüngungswirtschaft und dem Dauerwald drei Formen. Er plädierte für den Dauerwald. "Da muss man von der Jugend an etwas tun. Was sich in kurzer Zeit an Waldstrukturen entwickelt, kann faszinierend sein."
Entscheidend sei der rechtzeitige Beginn der Stabilisierung. Die Tanne ist ein solcher Stabilisator, die mit dem Klimawandel zurecht kommt, so Weber. Wichtig seien aber auch Eiche, Vogelbeere, Birke oder Ahorn. "Die Tanne ist kein Reinstbaumbestand."
Das Holz sei harzfrei, berichtete Ernst-Georg Weber. "Der Zuwachs der Tanne hält über 100 Jahre an."

Ulf Rathgeber / 13.06.14 / OTZ

Heberndorf, 13.06.2014
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